Vom Reichtum in der Armut

Rohstoffabbau und Verteilungskonflikte am Beispiel Mosambik

Vom Reichtum in der Armut

Rohstoffabbau und Verteilungskonflikte am Beispiel Mosambik

Der Abbau von nicht erneuerbaren Rohstoffen ist in vielen Entwicklungsländern ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Gleichzeitig leben weltweit 75 Prozent der ärmsten Menschen in rohstoffreichen Staaten. Allein der Reichtum an natürlichen Ressourcen ist demnach noch längst kein Garant für den Wohlstand eines Landes und seiner Bevölkerung. Oft nehmen Armut, Staatszerfall, Gewalt und Korruption mit dem Rohstoffreichtum sogar noch zu.

Mosambik gilt seit einiger Zeit als „Neureicher“ in Bezug auf die vorhandenen Rohstoffvorkommen. Bisher befinden sich die meisten Projekte im Bereich der Extraktiven Industrien erst in der Erkundungsphase, einige Unternehmen haben allerdings schon mit dem Abbau begonnen. Fast täglich finden sich in den mosambikanischen Medien Meldungen über neue Entdeckungen von Vorkommen oder Lizenzvergaben an – zumeist internationale – Unternehmen. Weitere Konzessionen werden von der mosambikanischen Regierung massiv bei internationalen Konzernen beworben.

Gleichzeitig wird die Kritik an der Vergabe der Abbaukonzessionen immer lauter und die Frage, warum Mosambik seit Jahren ein Wirtschaftswachstum von sieben bis acht Prozent aufweist, sich aber der Anteil der absolut Armen nicht reduzierte, wird in der mosambikanischen und internationalen Öffentlichkeit diskutiert. In der Vergangenheit trugen die so genannten Megaprojekte, obwohl sie einen Großteil des Bruttoinlandsprodukts ausmachen, kaum zu den Steuereinnahmen Mosambiks bei, weil die Verträge den Unternehmen großzügige Steuererleichterungen gewähren.

Die Frage, ob es Mosambik gelingen wird, den Rohstoffreichtum in einen „Rohstoffsegen“ für alle Bevölkerungsgruppen umzuwandeln, ist eine der wichtigsten Fragestellungen der nächsten Jahre.

Wie kann sichergestellt werden, dass der Rohstoffreichtums Mosambik zukünftig zu größerem Wohlstand der Bevölkerungsmehrheit beiträgt und somit zu einer effizienten Armutsbekämpfung eingesetzt werden kann? Welche Ansätze verfolgt die mosambikanische Regierung und zu welchen Bedingungen bietet Mosambik seine Rohstoffvorkommen auf dem internationalen Markt an? Was können wir von hier aus dafür tun, dass mehr Transparenz geschaffen wird und der Rohstoffabbau ökologisch und sozial nachhaltig erfolgt?

Das sind einige Fragen, die im Rahmen des Projektes diskutiert werden. In Seminaren und Publikationen werden Hintergrundinformationen vermittelt, die eigenen Erfahrungen von aktiver Partnerschaftsarbeit diskutiert sowie Handlungsperspektiven entwickelt.

Der KoordinierungsKreis Mosambik e.V. führt das Projekt in Kooperation mit der mosambikanischen Organisation Centro de Integridade Pública (CIP) durch.

Mit finanzieller Unterstützung des BMZ und Brot für die Welt.

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Brot für die Welt


 

Der KoordinierungsKreis Mosambik e.V.

Der KoordinierungsKreis Mosambik e.V. (KKM) bietet seit 1977 allen Mosambik-Interessierten ein Forum der Information, Diskussion und Begegnung.

Menschen, die Projekte in Mosambik unterstützen, deutsch-mosambikanische Schulpartnerschaften, MosambikanerInnen, die in Deutschland leben, Deutsche, die in Mosambik gearbeitet haben; diese Menschen engagieren sich innerhalb des KKM für partnerschaftliche Kontakte zwischen Deutschland und Mosambik.

Kooperationspartner in Mosambik sind heute vor allem Schulen und Gruppen der Zivilgesellschaft.

Der KKM veranstaltet Seminare, arbeitet mit Schulpartnerschaften, publiziert den Mosambik-Rundbrief und andere Materialien und macht Lobby- und Kampagnenarbeit. Viele Mitgliedsgruppen unterstützen konkrete Projekte in Mosambik.

Unsere länderspezifischen Erfahrungen nutzen wir, um Ungerechtigkeiten im Nord-Süd-Verhältnis zu benennen. Wir engagieren uns in Kampagnen und Netzwerken.