Korruption und Partizipation

Publikationen

Das Zentrum für öffentliche Integrität (Centro de Integridade Pública, CIP) führt Studien zur Korruption in Mosambik in verschiedenen Bereichen (Justiz, Bildung, Gesundheit und Bergbau) durch. Diese Studien stellen eine Bestandaufnahme der Mechanismen und Möglichkeiten zur Korruption in den entsprechenden Bereichen dar, zeichnen das Profil der passiven und aktiven Akteure dieser Korruption und bewerten die Rolle der Kontrollinstitutionen und Verantwortlichkeiten innerhalb eines jeden Sektors.

Ziel dieser Studien ist es, Wege zu einem tieferen Verständnis der Problematik sowie Ansätze für eventuelle bereichsbezogene Aktionspläne zur Korruptionsbekämpfung aufzuzeigen. In diesem Sinne vermitteln sie wichtige Hintergrundinformationen und dienen als Diskussionsgrundlage.

Im Zuge des Projektes wurden drei Studien des CIP übersetzt.

Die kleine Korruption im mosambikanischen Bildungswesen

Gerade die „alltägliche Korruption“, mit denen sich MosambikanerInnen tagtäglich auseinander setzen müssen, hemmt viele Potentiale und führt zu hohen Frustrationen. Die Studie soll dazu beitragen, einen Einblick in einen Bereich zu erhalten, der für die zukünftige Entwicklung des Landes eine große Bedeutung aufweist: dem Bildungssektor. Dieser Sektor ist von einer ganzen Reihe verschiedener Korruptionspraktiken betroffen. In der Erfahrung von MosambikanerInnen mit korrupten Praktiken liegt in einer Studie der mosambikanischen Organisation Ética Moçambique (2001) die Forderung nach Bestechungsgeldern seitens der Lehrkräfte auf dem zweiten Platz, gleich nach Bestechungsgeldern, die von ÄrztInnen und Pflegepersonal verlangt werden.

Hauptziel der Studie ist es, einen Beitrag zum Verständnis der Ausmaße und der Erscheinungsformen der Korruption in Mosambik zu leisten. Dabei vermittelt die Studie ein tieferes Verständnis der Problematik am Beispiel des Bildungssektors und zeigt Ansätze zur Korruptionsbekämpfung auf.

Korruptionsstudie Bildung (PDF | 2,8 MB)

Jahresbericht zur Korruptionskontrolle in Mosambik (2008)

Die Korruptionskontrolle in Mosambik verläuft in den verschiedenen Bereichen unterschiedlich schnell. Einerseits dehnt das Verwaltungsgericht (Tribunal Administrativo) seine Finanzkontrollen aus, führt Wirtschaftlichkeitsprüfungen durch und ermöglicht so, dass Manager im öffentlichen Dienst zur Verantwortung gezogen werden, andererseits wird die Anti-Korruptions-Strategie nur sehr langsam umgesetzt. Sie richtet ihre Aktivitäten mehr auf Verwaltungsreformen als auf die Bekämpfung der Korruption und hat bisher keine messbaren Verbesserungen der Lebensbedingungen der MosambikanerInnen gebracht.

Der vorliegende Bericht versucht einige Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung systematisch darzulegen. Gleichzeitig wird die Aufmerksamkeit auf neue Bereiche gelenkt, die in Bezug auf Regulierung (Interessenskonflikt, unrechtmäßige Bereicherung), Transparenz (große Staatsgeschäfte; Veröffentlichung von Berichten zum Management öffentlicher Unternehmen) und institutionelle Reaktionen (umfassende Wirtschaftlichkeitsprüfungen bei öffentlichen Unternehmen, Bekämpfung der Korruption im Forstsektor) einer größeren Aufmerksamkeit bedürfen.

Korruptionsstudie Jahresbericht 2008 (PDF | 2,8 MB)

Herausforderungen in der Rohstoffindustrie Mosambiks

Seit einigen Jahren steht auch der Sektor der extraktiven Industrien im Zentrum der Analysen des CIP, da in Mosambik immer mehr Rohstoffvorkommen entdeckt und ausgebeutet werden. Leider zeigen zahlreiche Länderbeispiele in der Region, dass Rohstoffreichtum nicht immer mit einem Wohlstandswachstum der breiten Bevölkerung einhergeht. Eher im Gegenteil sind die rohstoffreichen Länder weltweit meist die mit der ärmsten Bevölkerung.

Unter welchen Umständen kann sich der Abbau von Bodenschätzen in Mosambik zu einer ernsthaften Bedrohung statt zu einem Segen entwickeln? Sind die gegenwärtigen Regelwerke und institutionellen Rahmenbedingungen tauglich für eine Atmosphäre der Transparenz?

Auf diese Fragen versucht der vorliegende Bericht eine Antwort zu geben. Die Studie skizziert den Kontext der extraktiven Industrien in Mosambik und beleuchtet die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) als einen möglichen Ansatz für mehr Transparenz im Rohstoffsektor.

Korruptionsstudie Rohstoffindustrie (PDF | 2,8 MB)